die Presseberichte vom letzten Stück
"Noch ist Polen nicht verloren"
Mitteldeutsche Zeitung - Freitag, 20. November 2009
Theater
Prinz Hamlet besiegt Hitler
Halles freie Bühnen kooperieren bei «Noch ist Polen nicht verloren»
VON ANDREAS HILLGER

Der Führer (Nicole Kopf, M.) ist schwanger! (FOTO: RÖHRIG)
HALLE/MZ. Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst: Obwohl sich an den Grenzen bereits die Feinde sammeln, um den Nachbarn beim geringsten Anlass zu überrennen, probt man in der polnischen Provinz ein antifaschistisches Stück. Doch aus den Possen in Posen soll bald ein Spiel um Leben und Tod werden - oder um "Sein oder Nichtsein", wie Knattermime Josef Tura in seiner Paraderolle lispelt, während sich seine Gemahlin (und Hamlets Königinmutter) in der Garderobe dem schneidigen Piloten Stasnik an den Hals wirft ...
Man mag kaum glauben, dass Ernst Lubitschs Filmvorlage für das Bühnenstück "Noch ist Polen nicht verloren" bereits im Jahr 1942 entstand - und so die Frage nach dem Lachen über das Grauen mitten im Zweiten Weltkrieg bejahte. Denn die Geschichte der Striese-Erben, die in der Not über ihre Kräfte und Künste hinauswachsen, ist wahrhaft schrecklich komisch. Dass man sie noch heute als Hohelied auf das arme Theater und als Karikatur der billigen ideologischen Inszenierungen der Nationalsozialisten lesen kann, zeigt nun die Gemeinschaftsarbeit von drei freien Bühnen aus Halle.
Dabei ist die Kooperation der Theater Apron, Halogen und Varomodi im Fernsehstudio am Waisenhausring schon für sich genommen ein Politikum - zeigt sie doch, dass sich mit vereinten Kräften auch große Projekte stemmen lassen. Selbst wenn die Produktion nicht in allen Positionen gleich stark besetzt ist, so trägt doch jeder Mitwirkende zum Gelingen des Gesamten bei - und mit Astrid Beier und Martin Kreusch, Jan Frenkel und Axel Kohout, Heinz Barth und Stephan Werschke stehen echte Protagonisten im Zentrum von Alexander Terhorsts Inszenierung.
Einen Sonderstatus genießt fraglos Nicole Kopf, die in der Rolle der Schauspielerin Bronska zugleich Hitler verkörpern soll - mit angeklebtem Schnauzer und unübersehbarem Babybauch unter der falschen Uniform. Diese doppelte Travestie - die ihre Entsprechung in dem Verwirrspiel mit falschen Bärten und in den perfekt gebauten Running Gags findet - ist einer der Punkte, in denen diese Inszenierung über größere Vorbilder hinauswächst. Die zweite - ebenso zufällig entstandene und nachträglich integrierte - Pointe ist die Debatte um das Plakat, das bereits vor der Premiere für gehöriges Aufsehen sorgte. Nun wird die "verbotene Zurschaustellung" nationalsozialistischer Symbole von einem Vertreter der Stadtverwaltung verkündet, der damit die Proben für die Anti-Nazi-Groteske untersagt.
Natürlich bleibt es eine Gratwanderung, wenn auf der schwarz ausgeschlagenen Simultanbühne nach der Pause die großen roten Banner mit den schwarzen Hakenkreuzen im weißen Kreis erscheinen. Aber dass alle Zeichen der Lächerlichkeit preisgegeben sind, ja dass der SS-Gruppenführer Erhard sogar eine Mini-Standarte als Taschentuch mit sich führt, gibt dem Spiel doch seine Eindeutigkeit zurück.
Hier wird das Dämonische entzaubert, indem man es verlacht - ein Exorzismus, der den Abend zu einer bemerkenswerten Erinnerung an den fast vergessenen 70. Jahrestag des Kriegsbeginns werden lässt. Dass er Rhythmus und Charme - und zumindest ein mögliches Happy End hat, empfiehlt ihn für all jene, die hinter der Farce die Tragödie erkennen.
Vorstellungen bis 27. November (außer montags) 20 Uhr, Sonntag 15 Uhr
Direkter Link zum Artikel: http://www.mz-web.de/.
Bild - Montag, 16. November 2009
Kleine Theater-Sensation "Noch ist Polen nicht verloren"
Furiose Nazi-Klamotte mit schwangerer Hitler

Ei, was steht denn da? Der "Führer" (Nicole Kopf) rotzbremsig an der Schreibmaschine

Hier haste die Welt! Der Pimpf (Camilla Lehmann) wird vom "SS-Mann" (Martin Kreusch) für seinen Verrat belobigt.
Zur Halbzeit, und da ist die Stimmung schon prächtig, baut sich ein SS-Scherge lederbemantelt vor dem Publikum auf. Hauptsturmführer Bauer (Simeon Reusch) schnauzt schwäbisch: "Volksdeutsche! Polacke! Ihr gehd jetzt in die Pause! Aufgestande! Los, des hab i schon schneller gesehe!" Und nicht vergessen: die Ariernachweise ausfüllen! Alles grinst.
"Noch ist Polen nicht verloren" - die Groteske im Studio Halle ist eine kleine Sensation.
Was die Off-Theater Halogen, Apron und Varomodi da hinlegen, ist ein dolles Ding! Und der "Führer" spielt mit. Als schwangere Frau. Falsch. Die schwangere Nicole Kopf spielt eine polnische Schauspielerin, die Hitler spielt. So stimmt's.
Das Stück gründet auf die Lubitsch-Satire "Sein oder Nichtsein" (1942). Im Theater Posen probt man vor Einmarsch der Deutschen eine Nazi-Komödie. Dann aber marschiert die echte SS auf. Was nun abläuft, ist ein rasant, bitterernstes Spiel. Stellenweise rührt es ans Herz, etwa wenn das bedrohte Ensemble leise Polens Nationalhymne singt. Und immer wieder kringelt man sich über diese saublöden Nazi-Typen. Herausragend: Jan Felix Frenkel als SS-Bonze Ehrhardt, Stephan Werschke ("Kasparek") und Anne Thomas ("Magdalenchen").
Bis 27. November läuft diese herrliche Klamotte noch - und dann wohl nie mehr in Deutschland. Also nichts wie hin! Mit Pulli aber. Der Saal ist kalt.
Originalausschnitt: zur Großansicht: 
Hallo Forum.de - Montag, 16. November 2009
Noch ist Polen nicht verloren
Satire im Stil von "Der große Diktator" feiert Premiere
Am Samstagabend feierte im alten Fernsehstudio am Waisenhausring in Halle (Saale) das Stück "Noch ist Polen nicht verloren" von 14 Theaterakteuren der freien Spielgruppen theater halogen, Varomodi, Sonntagskinder und Theater Apron Premiere.
Nach dem Hickhack über das Werbeplakat (die Stadtverwaltung hatte es verboten und dann nur unter Auflagen wieder zugelassen, halleforum.de berichtete) warteten die etwa 100 Premierengäste gespannt auf das Stück, das sich in der Tradition von "Der große Diktator" von Charlie Chaplin und "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni sieht. Kurz zum Inhalt des Stückes: Wir gehen ins Jahr 1939, nach Polen. Eine Theatergruppe will das Stück "Gestapo" aufführen. Kurz vor der Premiere kommt es zum Verbot der Aufführung. Nur wenig später marschiert die Wehrmacht in Polen ein. Die Schauspieltruppe nutzt die bereits genähten NS-Uniformen, um den Widerstand zu unterstützen. Aus dieser Konstellation erwächst eine Satire auf das NS-Regime. Das Stück zeigt, wie eine Schauspieltruppe mit den Mitteln des Theaters die Methoden und Eigenheiten der NS-Diktatur für sich nutzen kann. Ein besonderes Schmankerl hat sich die freie Theatergruppe bei der Besetzung der Figur Adolf Hitler überlegt. Der "Führer" wird von Nicole Kopf gespielt, mit deutlichen Anzeichen einer Schwangerschaft.
Dem unter der Regie von Alexander Terhorst entstandenen Bühnenwerk gelingt das Kunststück komisch zu sein ohne flach oder dümmlich zu wirken, die Thematik des Nationalsozialismus mit den Mitteln der Satire zu bearbeiten ohne den Schrecken und Wahnsinn zu relativieren. Die Premiere von „Noch ist Polen nicht verloren“ war mehr als gelungen und das begeisterte Publikum zollte dieses mit jeder Menge Applaus. Zu dem Verhalten der Stadtverwaltung ist abschließend zu bemerken, dass das Stück dankbar für die zusätzliche Werbung sein kann, denn wie ein Plakat, dass Hitler als schwangere Frau zeigt nationalsozialistische Symbolik verbreiten soll, bleibt rätselhaft.
Zu sehen ist die Inszenierung nur im November. Und nur in Halle. Denn wegen Urheberrechtsproblemen wird "Noch ist Polen nicht verloren" zumindest in Deutschland nicht noch einmal woanders aufgeführt. Die Verlagsrechte laufen aus.
Direkter Link zum Artikel: http://www.halleforum.de/Halle-Nachrichten/Noch-ist-Polen-nicht-verloren/23955.
Bild - Mittwoch, 11. November 2009
Riesentheater um ein Theaterstück. Über diese junge Schauspielerin diskutiert jetzt Halle
Ich bin die schwangere Hitler
Von CHRISTIAN LEOPOLD

Regisseur Alexander Terhorst (39) klebt Nicole Kopf (32) die „Rotzbremse“ an
(Foto: Uwe Köhn)

So sieht´s auf der Bühne aus: Proben-Szene im Studio Halle
(Foto: Uwe Köhn)
Es hat ja schon viel Verrücktes auf der Bühne gegeben, aber so was wie das hier noch nie. Ein kleines Theater in Halle bringt eine Diktator-Verarsche, die hat die Welt noch nicht gesehen: die schwangere Hitler! Mit Hakenkreuz, Rotzbremse und allem Drum und Dran. Das Ordnungsamt läuft Sturm (s. Kasten), hält schon die Plakate für „gefährlich“ – und die Stadt diskutiert.
„Hitler“ alias Nicole Kopf (32) ist Angestellte im Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung. Seit acht Jahren ist Schauspielern ihr Hobby; im „Theater Halogen“ ist sie Kassenwartin.
Und jetzt kommt Nicole ganz groß raus. Als schwangere Hitler.
„Noch ist Polen nicht verloren“ heißt die Satire, die am Sonnabend im Studio Halle (20 Uhr, Waisenhausring 8) Premiere hat. Vorlage ist die US-Komödie „Sein oder Nichtsein“ vom genialen Ernst Lubitsch (1942). Die Story spielt in Warschau, 1939. Polnische Schauspieler proben dort eine antifaschistische Komödie...
Nicole Kopf: „Ich bin im Stück also nicht Hitler, sondern eine Polin, die Hitler spielt.“ Und das sei auch keine Riesenrolle, nee. „Es ist eigentlich ne ziemlich kleine Rolle.“ Die aber jetzt schon mächtig Aufsehen erregt!
Als Anfang des Jahres klar war, dass sie den Diktator mimen soll, war Nicole noch nicht schwanger. Aber der wahren Liebe ist die Schauspielerei schnurz – es passierte, und nun ist sie im 7. Monat. Und der Regisseur? Wie findet der denn eine dickbäuchige Hitler? Großartig! Alexander Terhorst (39): „Wir wollten die Rolle von Anfang an mit einer Frau besetzen. Und eine Schwangere passt ja noch viel besser.“
Das Stück ist sozusagen eine Koproduktion dreier hallescher OFF-Theater: „Halogen“, „Varomodi“ und „Apron“. 14 Akteure kommen auf die Bühne – zehn Männer, drei Frauen und ein Kind.
Nicole: „Wir wollen zeigen, wie obrigkeitshörig die Deutschen waren.“ Das kann sie später auch ihrem Nachwuchs erklären. Ob´s ein Junge oder Mädchen ist, will sie nicht verraten, aber: „Das Kind spielt im Bauch schon mal mit.“ Die Mutti als Hitler-Karikatur – verrückte Welt!
Direkter Link zum Artikel: http://www.bild.de/BILD/regional/leipzig/aktuell/2009/11/11/schwangere-hitler/ich-bin-es.html.
Mitteldeutsche Zeitung - Dienstag, 10. November 2009
Theaterprojekt
Ordnungsamt sorgt sich um eine Satire
Plakat zur Aufführung der Komödie «Noch ist Polen nicht verloren» löst groteskes Vorspiel aus
VON DETLEF FÄRBER, 09.11.09, 20:17h, aktualisiert 09.11.09, 21:50h

Regisseur Alexander Terhorst zeigt das umstrittene Plakat für das Stück «Noch ist Polen nicht verloren». (FOTO: THOMAS MEINICKE)
HALLE/MZ. Diese Art von Aufsehen war nicht geplant. Eigentlich wollte das freie Theater Halogen ausschließlich mit seiner Bühnenfassung der Komödie "Noch ist Polen nicht verloren" ins Gespräch kommen - und damit eine überraschende Perspektive auf ein dunkles Kapitel der Weltgeschichte, den Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen, eröffnen. Doch es kam anders. Am Montagfrüh platzte mitten ins Probengeschehen die Nachricht, dass das Theaterplakat für das Projekt durch das Ordnungsamt aus dem Stadtbild entfernt werden sollte. Es zeigt unter dem Stücktitel eine Frau als Hitler, die im Theaterspot posiert. Grund für die geplante Entfernung sei die Sorge der Verantwortlichen gewesen, dass - so Ordnungsdezernent Bernd Wiegand - die Darstellung "für den Normalbürger nicht ohne weiteres als Satire erkennbar sein könnte."
Was das Stück angeht, so hatten Regisseur Alexander Terhorst und sein Team alles dafür getan, solche Zweifel gar nicht erst aufkommen zu lassen. Terhorst - Redakteur sowie Nachrichtensprecher beim MDR und nebenher eine der zentralen Figuren der freien Theaterszene - bedauerte denn auch die Irritation, obwohl sie "haargenau zum Stück" passe, wie er lächelnd anmerkte. Denn auch im Stück prallen Bühnenkunst und Wirklichkeit hart aufeinander. Es geht um eine Provinztheatertruppe, die ein Anti-Nazistück einstudiert und dabei vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen überrascht wird.
Die Besetzung des Nachbarlands ist 70 Jahre her - ein Gedenkdatum, das hinter dem 1989er Jubiläum arg ins Hintertreffen geraten ist. Das vom Landesverwaltungsamt geförderte Theaterprojekt "Noch ist Polen nicht verloren" war hier als wichtiger Beitrag gedacht. Die Story ist unter dem Titel "Sein oder nicht sein" in zwei berühmten Filmen von Ernst Lubitsch (1942) und 41 Jahre später von Mel Brooks sowie in etlichen Bühnenfassungen erprobt. Die hier verwendete Version stammt von Jürgen Hofmann und wird im einstigen Fernsehstudio am Waisenhausring wegen auslaufender Verlagsrechte letztmalig gezeigt. Den Hitler - in diesem Stück eher eine Nebenfigur - spielt in Gestalt von Nicole Kopf eine Frau: "Ich heil' mich selber" lautet mit Blick auf den Hitlergruß ihr Schlüsselsatz.
Dass die Truppe um Terhorst und "Halogen"-Chef Daniel Gebhardt an die Komödie mit dem tragischen Hintergrund durchaus mit großer Ernsthaftigkeit herangeht, zeigt die Lösung eines Besetzungsproblems, das sich erst nach Probenbeginn ergeben hatte - als sich nämlich herausstellte, das Nicole Kopf schwanger ist. Das habe sich bei näherer Überlegung als gut integrierbar erwiesen, meint Terhorst - nicht zuletzt mit Blick auf den Brecht-Satz zum Thema Faschismus: "Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch."
Die Dramatik um das Theaterplakat konnte am Montagnachmittag aus Sicht des Ordnungsamts etwas entschärft werden. "Um das Plakat zu retten", so Wiegand, habe man der Theatergruppe einen Kompromiss angeboten. Die Werbeträger sollen nun, "um Missverständnisse zu vermeiden", mit dem erläuternden Aufkleber "Groteske" ergänzt werden.
Premiere am Samstag, 20 Uhr, Waisenhausring 8. Weitere Vorstellungen:
18. bis 27. November - täglich außer montags (Sonntag Beginn: 15 Uhr). Karten unter
Tel. 0345 / 6 85 72 57 und Abendkasse.
Direkter Link zum Artikel: http://www.mz-web.de/artikel?id=1257341727302.
Hallo Forum.de - Dienstag, 10. November 2009
"Noch ist Polen nicht verloren"
Satire im Stil von "Der große Diktator" feiert Premiere, Verbotenes Plakat zur Vorstellung sorgt für Realsatire


Am Samstagabend um 20 Uhr feiert im alten Fernsehstudio am Waisenhausring in Halle (Saale) das Stück "Noch ist Polen nicht verloren" von 14 Theaterakteuren der freien Spielgruppen theater halogen, Varomodi, Sonntagskinder und Theater Apron feiert Premiere. Das unter der Regie von Alexander Terhorst entstandene Bühnenwerk sieht sich in der Tradition von "Der große Diktator" von Charlie Chaplin und "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni.
Zu sehen ist die Inszenierung nur im November. Und nur in Halle. Denn wegen Urheberrechtsproblemen wird "Noch ist Polen nicht verloren" zumindest in Deutschland nicht noch einmal woanders aufgeführt. Die Verlagsrechte laufen aus.
Wor gehen ins Jahr 1939, nach Polen. Eine Theatergruppe will das Stück "Gestapo" aufführen. Kurz vor der Premiere kommt es zum Verbot der Aufführung. Nur wenig später marschiert die Wehrmacht in Polen ein. Die Schauspieltruppe nutzt die bereits genähten NS-Uniformen, um den Widerstand zu unterstützen. Aus dieser Konstellation erwächst eine Satire auf das NS-Regime. Das Stück zeigt, wie eine Schauspieltruppe mit den Mitteln des Theaters die Methoden und Eigenheiten der NS-Diktatur für sich nutzen kann.
Ein besonderes Schmankerl hat sich die freie Theatergruppe bei der Besetzung der Figur Adolf Hitler überlegt. Der "Führer" wird von Nicole Kopf gespielt, mit deutlichen Anzeichen einer Schwangerschaft.
Ihre Uniformen haben sich die Theatermacher von den Filmstudios in Babelsberg geliehen.
Realsatire
Ebenso wie die Theatergruppe im Stück, hat die freie Schauspielschar mit einem Verbot der Stadtverwaltung zu kämpfen. Wie heute bekannt wurde, ist das bereits gedruckte und seit Freitag in Halle hängende Plakat zum Stück bei der Stadtverwaltung in Ungnade gefallen. Das Ordnungsamt hat für den heutigen Montag um 11 Uhr eine Entfernung aller im Stadtraum hängenden Plakate angeordnet. Der Titel des Stücks und die verzerrte Darstellung von Hitler seien "zynisch", so das Ordnungsamt an Ströer. Das der Wortlaut "Noch ist Polen nicht verloren" aus der polnischen Nationalhymne ist, scheint im Amt niemanden zu interessieren. Regisseur Alexander Terhorst sieht dieses Verhalten als Beweis für den immer noch problembehafteten Umgang mit nationalsozialistischer Symbolik. Laut Innendezernent Bernd Wiegand sei Ströer wegen des Plakats an das Ordnungsamt herangetreten. Dort habe man sich für ein Verbot entschieden. "Wir haben dann umgehend nach gemeinsam nach einer Lösung gesucht", so Wiegand. Deshalb sei der Vorschlag entstanden, über die Plakate den Zusatz "Groteske" zu kleben. Keinesfalls sei es um eine Zensur gegangen. Jedoch sei nicht auf den ersten Blick erkenntlich, dass es sich um eine Satire handelt.
Zu sehen ist die Inszenierung täglich außer montags zwischen dem 18. und 27. November um 20, sowie sonntags um 15 Uhr. Karten können unter 0345 - 685 7257 bestellt werden.
Direkter Link zum Artikel: http://www.halleforum.de/Halle-Nachrichten/Noch-ist-Polen-nicht-verloren/23850.